New York City Marathon 2016 - Bericht von Peter Ehler

06.11.2016

Mit dem Laufprofi einmal durch New York

Peter Ehler und Dana Amarell aus Deutschland begeistert vom New York Marathon mit Hermann Achmüller und seinem Team Running and More

Ein preiswertes Hotel in New York zu finden, gleicht manchmal der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Sind schon während des Jahres die Hotels in der US-Metropole teuer, dann ist die Suche zum New York Marathon auf eigene Faust ein heilloses Unterfangen. Und nicht nur das. Daher haben sich Peter Ehler und Dana Amarell aus Deutschland entschieden, das Abenteuer New York Marathon diesmal mit Hermann Achmüller aus Südtirol anzugehen. Hier ihre Eindrücke:

Im vergangenen Jahr hatte Hermann Achmüller beim Berlin Marathon  Anne Hahner für die Startqualifikation zu  den Olympischen Spielen in Rio gecoacht, und sie als Pacemaker zur schnellsten Europäerin über die Ziellinie „gepeitscht“.  Das hat uns beeindruckt - warum also nicht mit einem aktiven Laufprofi das Abenteuer New York angehen? Zumal sich der symapthische Südtiroler derzeit auf die 100-km-WM in Spanien vorbereitet und als aktiver Leistungssportler sicher ambitionierten Hobbyläufern noch den einen oder anderen Tipp für das Marathon-Laufen vermitteln kann. Schließlich war Achmüllers beste New-York-Platzierung 2008 der 21. Platz durch die Straßen und über die verflixten Brücken New Yorks, die beste Zeit hatte er 2006 mit 2:24 Stunden und auch für dieses Jahr hatte sich der 45jährige Ausnahmeathlet in New York einiges vorgenommen.

Am ersten Sonntag im November zog es wie uns wieder über 50 000 Starter in die Metropole, als der Lauf in seine 46. Auflage ging. Wir waren bei den Glücklichen, die eine der begehrten Startnummern für das größte und spektakulärste Rennen der Welt erhalten hatten. Denn diese gibt es alljährlich nur in der Verlosung bei den New York Road Runners oder dafür aber garantiert bei einem der großen auf Sportreisen spezialisierten Veranstalter – wie etwa bei den Running and More Laufreisen von Hermann Achmüller.  Der Rest geht leer aus. Hunderttausende von Interessenten schauen daher Jahr für Jahr in die Röhre.

Durch die fünf Stadtteile

Der Marathon durch die fünf Stadtteile New Yorks ist nach den Modeshows der Fashion Week und dem Super Bowl der American Football League inzwischen das drittgrößte Spektakel in den USA. Allein 500 Millionen Dollar werden in den Tagen rund um das Rennen umgesetzt, schließlich laden neben den Sportmessen die Einkaufsstraßen Manhattans rund um die Uhr zum Shoppen ein. Hinzu kommen die Buchungen für die großen Shows am Broadway, die sich der eine oder andere Läufer während seines US-Trips als kulturelles Highlight mit gönnt.

Freilich: Wer sich auf den Saisonhöhepunkt über Monate oder gar Jahre vorbereitet hat, muss am frühen Morgen auch verlässlich an den Start kommen. Denn schließlich geht es am Lauftag oft schon nachts mit einem Shuttlebus an den Südzipfel New Yorks nach Staten Island.

Mit Reisebus an den Start

Hier am Militärstützpunkt Fort Wadsworth laufen alle los, dort wollen alle hin, natürlich auch wir. Hermann Achmüller bringt seine 30-köpfige Laufmannschaft aus Südtirol mit einem Reisebus des US-Veranstalters an das Fort. Das Hotel liegt direkt am Central Park, mitten in Manhattan und nur wenige hundert Meter entfernt vom späteren Ziel. Also ideal vor und nach dem Lauf für Shopping-Touren und nach dem Marathon für ein rasches Zurück unter die wärmende Dusche. Es geht pünktlich, zuverlässig und schnell an die Südspitze Manhattans im Tunnel unter den East River an den Start. Und bei der Abfahrt gibt es vom erfahrenen New York Spezialisten verschmitzt nochmals einen Last-Minute-Tipp für alle Läufer im Bus. Hermann Achmüller steigt dann um in den Athleten-Bus mit Nummer 153 unser Shuttle hat die Nummer 1. Das ist aber auch schon das einzige was wir dem Athleten voraus haben…

Unzählige Sicherheitskontrollen

Seit dem Bombenattentat beim Boston Marathon vor drei Jahren gleicht der Weg an den Start einem Hürdenlauf durch unzählige Sicherheitskontrollen. Erst wenn sich die Läufer den Weg durch Scanner, wie sie sonst nur am Flughafen stehen, durch Ausweis- und Gepäckkontrollen gebahnt haben, lässt sich die Faszination erahnen, die das Rennen auf jeden Marathonläufer ausübt. Das Erlebnis ist spätestens dann nicht mehr zu toppen, wenn nach Frank Sinatras „New York, New York“ und der amerikanischen Nationalhymne der Startschuss fällt und sich das Laufvolk über die zweistöckige Verrazano-Narrows Bridge auf nach Brooklyn macht.

Zwei Millionen jubeln

Darauf sollte man vorbereitet sein. Hier vergehen Stunden, bis der Lauf endlich beginnt. So sind die Läufer dick in abgetragene Laufklamotten eingepackt, haben sich isolierende Decken oder alte Kartons als wärmende Unterlage mitgebracht. Dafür ist die Stimmung an der Strecke später einzigartig. Über zwei Millionen Menschen jubeln den Läufern am Straßenrand zu, wenn es durch die fünf Stadtteile New York geht.

Hermann Achmüller verkauft die Reise nach „Big Apple“ mit vielen speziellen Extras.  Damit nach Tausenden von Trainingskilometern und Qualen das Highlight im Leben eines Hobbyläufers nicht tragisch endet oder zur Enttäuschung wird. Dazu gehören unter anderem auch Stadtbesichtigungen, um sich zu orientieren, Hilfe beim Abholen der Startkarten und Trainingsläufe in den Morgenstunden durch den weltbekannten Central Park, dessen Laub schon in den ersten Sonnenstrahlen goldgelb blinkt. Hier gibt der sympathische Sportler noch den einen oder anderen wichtigen Tipp für den Lauf am Sonntag und stoppt den Trainingslauf am Dakota-Haus, vor dem John Lennon ermordet worden ist und dem San Remo Building mit seinen markanten Türmen.

FOTOS:

1 -Schon am Start bietet sich den über 50 000 Läufern das erste Highlight. Die ersten zwei Kilometer geht es über die Verrazano-Narrows Bridge, eine der längsten Hängebrücken der Welt. Foto: Peter Ehler

2 - Einmummeln vor dem Start. Bis der Startschuss fällt, vergehen Stunden. Manch einer der Starter komm in tollen Kostümen zum Marathon, tausende Läufer mummeln sich in ausgediente Laufklammotten. Diese kommen in die Kleidersammlung, der Erlös kommt Bedürftigen zu Gute. Heuer war es erstmals warm. Dana Amarell genießt sichtlich die gute Stimmung.  Foto: Peter Ehler

3 - „Good Luck“ – Hermann Achmüller gibt Peter Ehler und Dana Amarell letzte Tipps und gute Wünsche. Rechts im Bild Tiziana Pignatelli, die Lebensgefährtin von Hermann Achmüller.

4 - „Go runners – go“ -begeistert feuern diese beiden Helferinnen die Läufer an. Die Versorgung entlang der Strecke war bestens. Die Stimmung weltklasse.   Foto: Peter Ehler

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